IVF mit Spendereizellen und PGS (Präimplantation Genetisches Screening) – ist es notwendig?

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Empfehlen Fruchtbarkeitsärzte die Durchführung von PGS bei Eizellspende-Zyklen?

Pre-Implantation Genetic Screening (PGS) ist einer der am häufigsten verwendeten diagnostischen Tests in der modernen Embryologie. Es erlaubt Fruchtbarkeitsspezialisten, chromosomal korrekte Embryonen von solchen zu unterscheiden, die Defekte tragen. Aneuploide Embryonen lassen sich nicht gut einpflanzen (und selbst wenn sie es tun, können sie zu weiteren Komplikationen führen). Durch die Auswahl des richtigen Embryos für den Transfer schießen die Schwangerschaftsraten in die Höhe. Aneuploide Embryonen entstehen meist aufgrund von Defekten in der Eizelle oder im Sperma. Lohnt es sich also, PGS-Tests an Embryonen durchzuführen, die durch Eizellspende entstanden sind?

3 Fruchtbarkeitsexperte(n) beantwortete(n) diese Frage
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IVF mit Spendereizellen und PGS (Präimplantation Genetisches Screening) – ist es notwendig?

Antwort von: Daniel Alexander, MUDr

Gynäkologe, IVF-Spezialist Gennet
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Ich denke nicht. Sehr oft können Sie darüber lesen, dass man IVF mit gespendeten Eizellen mit PGT durchführen kann. Selbstverständlich, es ist möglich, aber die Eizellen stammen von unseren jungen Spenderinnen, die sehr gründlich genetisch untersucht werden. Wir denken, dass wenn man die Eizellen von genetisch untersuchten Spenderinnen und Spermien des Ehemanns oder Lebensgefährten gebraucht, kann man IVF mit gespendeten Eizellen auch ohne Präimplantationsgenetik durchführen. Selbstverständlich, gibt es Situationen, wenn es notwendig ist, aber, das ist eine andere Frage.

IVF mit Spendereizellen und PGS (Präimplantation Genetisches Screening) – ist es notwendig?

Antwort von: Hana Višňová, MUDr, PhD

Gynäkologe, Leitende Ärztin IVF CUBE
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Was die genetische Analyse von Embryonen in Rahmen der Eizellspende, die so genannte Präimplantationsdiagnostik, ist sie nicht notwendig. Die Spenderinnen sind junge Frauen, im Durchschnitt 27 Jahre alt, die vorher genetisch getestet werden. Karyogramm plus genetische Analyse für die häufigsten Krankheiten muss unauffällig sein. Daher müssen wir die Embryonen später nicht genetisch testen. Besteht jedoch ein Risiko für genetische Erkrankungen seitens des Ehemannes der Empfängerin, dann ist eine genetische Analyse der aus den gespendeten Eizellen entstandenen Embryonen möglich.

IVF mit Spendereizellen und PGS (Präimplantation Genetisches Screening) – ist es notwendig?

Antwort von: Jana Bechthold, MD

Gynäkologe, Reproduktionsspezialist Clinica Tambre
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Eine Präimplantationsdiagnostik ist bei einer Eizellspende medizinisch gesehen erstmal nicht indiziert. Die Eizellspenderinnen sind junge Frauen in den 20-ern und haben somit ein sehr geringes Risiko genetisch auffällige Eizellen und somit genetisch auffällige Embryonen zu haben. Eine Präimplantationsdiagnostik kann bei einer Eizellspende jedoch sinnvoll sein gerade, wenn es auch männliche Faktoren gibt. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn ein auffälliges Spermiogramm oder insbesondere ein auffälliger DNA-Fragmentierungstest vorliegt. Frauen mit wiederholten Fehlgeburten oder wiederholten Einnistungsversagen empfehlen wir häufig eine Präimplantationsdiagnostik auch bei einer Eizellespende. Durch die Präimplantationsdiagnostik können wir den Transfer von Embryonen ersparen, die genetisch nicht in Ordnung sind. Diese Embryonen nisten sich in der Regel nicht in der Gebärmutter ein oder können zu einer Fehlgeburt führen.

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Gynäkologe

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